Teilen oder nicht?

Hier sitze ich nun, schon das zweite Mal in diesem Jahr, mit vielen Gedanken – und es geht nicht um ein neues Wochenende in Bildern, schöne Erlebnisse in der Natur oder spannende Projekte in Vergangenheit oder Zukunft. Nein, es geht um Existenzielleres: Leben und Tod. Unsicherheit und Trauer. Privates und Öffentliches. Und um den Raum dafür im Netz.

Den frisch gebackenen Kuchen zu zeigen und die Kinder beim Spielen – Leichtes und Frohes zu zeigen, zu teilen, das fällt uns leicht. Was aber, wenn das Leben auf einmal ganz anders als geplant verläuft? Nicht so rosarot und zuckergussig, wie wir es von vielen Blogs und Internetseiten gewöhnt sind?

Dann herrscht großes Schweigen. Schweigen, weil man nicht darüber schreiben kann oder will. Oder man nicht will, dass es jemand hört und liest. Was will ich? Ich will mehr Raum für Unsicherheiten und Trauer, für das Glanzlose und Alltagsgraue in Zeiten des Wartens und Haderns.

Dass man mit der Trauer manchmal ganz schön allein im Netz unterwegs ist, hat vor einigen Monaten Mareice von Kaiserinnenreich bemerkt und Links zusammengestellt, die sich mit Tod, Abschied und Trauer befassen. Keine leichte Kost, aber für Trauernde eine Möglichkeit, andere in ähnlichen Situationen zu finden, deren Gedanken zu lesen und so ein Stück auf dem Weg des Trauerns voranzukommen. Zum Thema Fehlgeburt gibt es mittlerweile recht viele Seiten im Internet, Blogger, die von ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit dem plötzlichen Ende erzählen und auch Seiten, die Hilfsangebote zusammenfassen und über Beratung etc. informieren.

Mit vielen anderen Unsicherheiten bleibt man allein im weltweiten Netz. Zumindest wenn man Foren mit Gruselgeschichten umgehen möchte, zum Selbstschutz. Dass ich nicht allein bin, sondern von Freunden und Familie getragen, das merke ich im Leben hier und jetzt, offline. Dennoch: Gerade wenn Schonen und Ruhe verordnet sind, ist der Blick ins Internet naheliegend und ein Besuch bei Freunden eben nicht machbar. Deswegen erzähle ich nun auch hier von dem, was mich gerade bewegt und besorgt.

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