Herzkind

Heute nehme ich den #Familienmoment zum Anlass, um von unserem Löwenherz zu erzählen. Und von seiner großen OP, die immer näherrückt.

Nach der viel zu frühen und doch rechtzeitigen Geburt unseres zweiten Sohnes im Dezember folgten viele Wochen mit Pendelei zwischen Neonatologischer Intensivstation und Zuhause. Immer mit dem Gefühl, nicht vollständig zu sein: Ein Kind hier, eins da. Wir zwei irgendwo dazwischen. Weihnachten zu dritt zuhause zeigte das überdeutlich… Die Wochen vergingen, unser Sohn wuchs und wurde stärker und ich wurde ungeduldig, den kleinen Mann endlich mit nach Hause zu nehmen. Er ist halt ein besonders kleines Baby, dachte ich dann. Damit kann ich umgehen. Immer deutlicher wurde aber, dass er nicht nur ein zartes Kind war, wie die Schwestern gern sagten, sondern einen Herzfehler hat, der für uns noch viele Arztbesuche und nun eben in einer Woche auch eine OP bedeutet. Diese OP ist einerseits Routine, andererseits eine große Sache. Herz-Lungen-Maschine. Etwa fünf Stunden. Intensivstation. Das sind Schlagworte, die die Dimension ganz gut umreißen und vielleicht auch eine kleine Ahnung von unserer Gefühlswelt vermitteln, denn es geht bei diesen nüchternen Daten nicht um irgendwen – sondern um unser geliebtes, immernoch zartes Kind.

Und unser #Familienmoment nun?

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Wirbelwind und Löwenherz sind wirklich ein Herz und eine Seele. Die beiden zu beobachten, ist eine unglaublich große Freude. Ihr Lächeln und Lachen, das gemeinsame Spiel und Aufeinandereingehen. Ganz einfach, so wie es eben geht. Der Wirbelwind bezieht den kleinen Bruder auch in seine Spiele ein. So baute er gestern erst einen Krankenwagen: Er der Fahrer, das Löwenherz der Patient.

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Wir Eltern blicken einander an. Wissen nicht so recht, ob wir lächeln oder weinen sollen. Was muss unser großer Sohn alles mitbekommen! Am Anfang unseres Familienlebens zu viert standen viele Tränen, Unsicherheiten – und die liebevollen Worte des Wirbelwinds, der uns eine Socke als Taschentuch reicht und fragt: „Wieder gut?“ Dass Krankheit und Arztbesuche, Physio und Krankenhausaufenthalte für ihn Alltag (geworden) sind, ist ganz natürlich und versetzt uns trotzdem einen kleinen Stich ins Herz.

 

„Tatütataaaa! Wir sind da. Aussteigen.“

Ja, so machen wir das. Wenn diese OP und dieser Krankenhausaufenthalt geschafft sind, dann steigen wir aus. Sind gemeinsam zuhause. Haben einen großen Schritt geschafft und: Wir sind einfach nur da. Alle.

5 Gedanken zu “Herzkind

  1. Tereza schreibt:

    Es ist immer erstaunlich und sehr stärkend, wie die „großen“ Geschwister auf die “ alltägliche“ Situation reagieren und uns die Liebe Gottes zeigen, die uns trägt!
    Geduld und Hoffnung auf schnelle Genesung

    Gefällt mir

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