Angst, die ganz große

Ihr wisst nun schon, dass in wenigen Tagen die Herz-OP vom Löwenherz ansteht. Keine Kleinigkeit, für uns nicht. Auch wenn der Eingriff Routine, der Herzfehler häufig ist – auf die leichte Schulter nimmt das hier niemand: Kein Arzt, und wir erst recht nicht. Die meiste Zeit sind wir im Moment noch wirklich ruhig, atmen durch, tanken Kraft in diesen letzten Tagen Alltag zu viert zuhause, bevor zumindest zeitweilig alles anders läuft. Und dann gibt es da die Momente, wo die Angst kommt. Oft ganz plötzlich. Ein Wort, ein Gedanke, der die Dimension spürbar macht. Es geht hier um alles. Um Leben – und Tod.

Das macht mich manchmal tränenschwer, beklommen. Aber, keine Angst: Ich bleibe da nicht, in dieser Schwere. Auch das Gespräch zur Operationsaufklärung verlief so gut, dass ich beruhigt die Angst (erstmal) beiseiteschieben kann. Und nicht nur das, ich erzähl euch mal von ein paar Fingerzeigen rund um diese besondere Zeit…

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Vor fast zwei Monaten haben wir einen Termin in der Klinik, wo die Operation stattfinden soll. Wir warten, ungeduldig. Der Arzt kommt irgendwann, bittet uns herein, wir setzen uns. Unruhig. Dann ein Blick auf seine Notizen: Geplanter OP-Termin – und daneben ein Datum, das uns etwas bedeutet. Nicht ganz so zeitig, wie erhofft, dafür aber ein Tag, der uns jeden Monat ein kleines Innehalten in unserer Gebetsecke wert ist. Und wir sind ruhig.

Zuhause werfen wir einen Blick in unseren Kalender, schauen auf das Zitat des Tages und staunen: „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht!“ (Johannes 14, 27b), steht da. Wenn wir das nur schon am Morgen gelesen hätten… Doch das ist noch längst nicht alles. Wir blättern vor, hin zu diesem Tag im Juli. Neugierig. Und was steht da? „…euer Herz lebe auf!“ (Psalm 69, 33)

Ein bisschen sprachlos, ein bisschen lächelnd und irgendwie überrumpelt stehen wir beieinander. Gott scheint Humor zu haben, sage ich. Später sagt eine befreundete Ordensschwester, dass der Kalender für uns geschrieben sei. Andere sind kritischer: Wie viele Herzzitate denn in unserem Kalender so drin seien?! Nennt es ruhig Zufall, wenn ihr wollt. Wir zumindest fühlen uns gut begleitet, gesehen und auch in unserer so besonderen Situation wahrgenommen.

In den letzten Tagen, Wochen, eigentlich sogar Monaten – seit wir zu viert sind – sind um uns herum ganz viele Menschen, die uns mit ihren guten Gedanken und Gebeten begleiten. Familie und Freunde, Freunde von Freunden und noch so viele andere. Ich sehe es richtig vor mir, wie unser Löwenherz so getragen in einem fest geknüpften Netz liegt, wenn ich ihn in der nächsten Woche in fremde Hände geben muss. Dieses Loslassen wird ganz bestimmt nicht einfach. Aber ich bin dankbar für euch alle, die ihr von fern und nah an uns und ganz besonders an unseren Kleinsten denkt. So fällt es mir ein bisschen leichter. Und dann lasse ich die Angst hinter mir.

Stattdessen setze ich auf Vertrauen, das ganz große.

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4 Gedanken zu “Angst, die ganz große

  1. familienlebenmitgott schreibt:

    Danke fürs Teilen! Das mit den Versen ist so schön ❤ Mich hat mal ein Vers durch die Schwangerschaft begleitet, er begann mit "Fürchte dich nicht…" Davon gibt es natürlich auch ein paar in der Bibel. Trotzdem wunderbar für mich: Am Tag der Geburt hatten beide Tagesverse der Losungen ein "fürchte dich nicht" im Text. Gott sieht uns ganz persönlich! Seid gesegnet und alles Gute… Liebe Grüße, Martha

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  2. katze1810 schreibt:

    Ich wünsche Euch weiterhin viel positive Kraft, um die große Angst immer wieder klein zu kriegen. Lieben macht so verletzlich und ist gleichzeitig ein so großes Geschenk. Übersteht die nächste Woche gut!💚

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