Kleine Schritte – große Schritte

Wir haben einen Schritt getan.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder schon davon geschrieben, dass wir uns wünschen  nicht allein zu glauben, sondern mit Geschwistern im Glauben unterwegs zu sein. Nun haben wir tatsächlich auf geführten Wegen im letzten Jahr einen Ort gefunden, an dem wir ankommen wollen – wo wir uns wohlfühlen (alle vier!) und in eine kleine Großfamilie reinwachsen können.

Wir haben einen Schritt getan und Ja gesagt, zu einem Leben miteinander.

Wir haben einen Schritt getan und sind doch noch am Anfang. Es ist erstmal „nur“ eine Vorbereitungszeit, in die wir hier starten. Ein kleiner Beginn, der unserem Mitleben und Mitbeten einen offiziellen Rahmen gibt: Wir sind jetzt Weggefährten und teilen, was wir haben.

„Teilen kann man immer!“

Das ist so ein Satz, der selbstverständlich ist im Alltag der Gemeinschaft Brot des Lebens. Jedes Mal gehen wir beschenkt wieder nach Hause: Nicht nur reicher an Freude und Glauben, an Erfahrungen und Mut – ganz oft auch beschenkt mit kleinen Geschenken für uns und die Kinder. Wo man teilt, kann man schenken.

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Und: Teilen steckt an. So oft bemerken wir, dass die Männer, die als Wohnende in der Notunterkunft mit uns zum Essen zusammensitzen, von ihrem Tagwerk zurückkommen – geschafft von einem Tag in der Winterkälte! – und bringen, was sie bekommen haben. Da hat einer schon fast nichts, und gibt dennoch ab an die anderen. Manche Männer sind schon wie alte Bekannte, freuen sich über ein Wiedersehen und halten höflich die Tür auf, wenn ich ankomme. Dabei bin ich der Gast, sie sind dort zuhause.

Ich fühle mich beschenkt von dem Leben, das dort einfach normal ist. Normal und übrigens nicht rosarot; kein Wunder, wenn Menschen wie zusammengewürfelt unter einem Dach wohnen. Und doch überwiegen für mich die vielen Momente des Staunens und der Freude, wenn da noch einer Mitbewohner ist: Jesus in der Kapelle.

Und so gehen wir einfach weiter, in kleinen Schritten, die doch große Schritte sind. Gemeinsam.

„Der Friede sei mit dir!“, sage ich zu einem älteren Mann.

Er lächelt: „Und mit dir!“

 

 

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F R O H E    B O T S C H A F T

Jesus schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Evangelium nach Lukas 4, 17-19

 

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