aus Versehen!

Neulich war ich mit unseren Kindern zuhause, der Papa noch bei der Arbeit und ich irgendwo im Alltagsklüngel mit den Kleinen. Für eine kurze Pause saßen wir alle am Tisch, als mir – so halb mit links und völlig unbewusst – das Glas vom Tisch kippte. Ein Wasserglas, kein klebriger Saft immerhin. Keine große Sache, schnell aufgewischt und weiter ging das Essen, Spielen und Leben.

Doch am Abend im Bett, als ich mit dem Wirbelwind noch über den Tag spreche, wird diese Situation auf einmal wieder wichtig.

„Was war heute schön? Wofür möchtest du danke sagen?“ –

„Für das umgekippte Glas!“

Ich bin etwas überrumpelt. Die Spielzeit mit dem Freund? Das schöne Wetter? Die Zeit mit Papa? War bestimmt auch alles ganz schön, also wirklich sicher sogar: Der Wirbelwind hat diesen Tag genossen, mit viel Freude gespielt und getobt. Aber jetzt, im Dämmerlicht, kurz bevor der Schlaf seine Augen ganz schwer werden lässt, da ist dieser Moment in seinem Kopf.

Dinge passieren. Wir machen Fehler. „Das war nur aus Versehen!“ – das ist ein so wichtiger Satz für unseren kleinen großen Sohn. Es ist nicht schlimm. Viele Dinge lassen sich einfach wieder geraderücken und wegwischen. Und mit einer Entschuldigung kann ich so manches wirklich vergeben wissen. Als ich ein paar Tage zuvor viel zu wütend wurde, ging ich danach in die Knie, mit dem Wirbelwind auf Augenhöhe und entschuldigte mich. Und er nickte nur und sagte, ein bisschen zu sich und doch auch zu mir: „Das war ja nicht mit Absicht!“ Genau.

Danke für das umgekippte Glas! Und Danke für so viele Gelegenheiten zu Fehlern und zu Versöhnung.

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4 Gedanken zu “aus Versehen!

  1. FamilienLebenmitGott schreibt:

    Danke für diese Gedanken! Ich habe etwas vom Kindergarten übernommen. Wenn etwas umfällt, ruft dort einer:“Eins zu null!“ Aufwischen. Fertig. Das fand ich nett, so mit einem Augenzwinkern. Ab ungefähr 3:0 bin ich aber manchmal leider nicht mehr so entspannt… Danke für euer umgekippt es Glas! Liebe Grüße, Martha

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    • mehrfamilienblog schreibt:

      Oh ja, das klingt nach einem unkomplizierten Umgang mit solchen Situationen. 🙂 Mir gelingt das auch längst nicht immer. Heute Morgen bei der umgekippten Müslischüssel aber schon – und dadurch war es auch viel entspannter. Das Durchatmen, das Nicht-Aufregen hat richtig meine Kräfte geschont.

      Gefällt 1 Person

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